Startschuss für thyssenkrupp nucera’s 300-MW-Produktionsanlage für Hochtemperatur-Elektrolyse
Die Hochtemperatur-Festoxid-Elektrolyse (SOE) ist eine bahnbrechende Technologie, die bei sehr hohen Temperaturen arbeitet und Abwärme nutzt, um einen deutlich höheren Wirkungsgrad zu erzielen. Das Potenzial dieser Technologie ist enorm – insbesondere für integrierte industrielle Prozesse. Sie ermöglicht es, Abwärme in der Produktion von grünem Wasserstoff zu nutzen – Energie, die sonst verloren gehen würde – und sorgt damit für eine insgesamt noch effizientere Energiebilanz.
HTEM300 nutzt innovative Technologien, um echten Klima- und Geschäftsnutzen zu schaffen
Das Projekt HTEM300 zielt darauf ab, eine Produktionsanlage mit einer Kapazität von 300 Megawatt (MW) für Hochtemperatur-SOE-Stackmodule aufzubauen – mit der Möglichkeit, die Kapazität künftig auf mehrere Gigawatt auszubauen. Zudem soll das Projekt Treibhausgasemissionen vollständig vermeiden – verglichen mit dem Referenzszenario – und damit direkt zu den europäischen Dekarbonisierungszielen beitragen sowie den Übergang von fossilen Brennstoffen zu grünem Wasserstoff beschleunigen.
HTEM300 führt einen umfassenden Ansatz für die Produktion von SOE-Stackmodulen ein. Das Projekt nutzt fortschrittliche Fertigungsverfahren, darunter teilautomatisierte Montage, Qualitätssicherungssysteme und intelligente Logistik, um hohe Produktionsraten, gleichbleibende Qualität und eine mühelose Skalierbarkeit sicherzustellen.
Die hohen Betriebstemperaturen der SOE-Module sowie die Möglichkeit, Prozesswärme einzubinden, ermöglichen eine 20–30 % höhere elektrische Effizienz bei der Wasserstoffproduktion im Vergleich zu anderen Technologien wie PEM-Elektrolyseuren. Dadurch können die Module besonders gut in schwer zu dekarbonisierenden Industriebranchen mit hohem Abwärmepotenzial eingesetzt werden – etwa in der Stahl- oder Düngemittelproduktion.
HTEM300 soll insgesamt 3,7 Millionen Tonnen CO₂e einsparen, indem konventionelle Energieträger durch erneuerbaren Wasserstoff ersetzt werden.
Abhängig von Regulierung: Geschwindigkeit des Hochskalierens und der positive Einfluss auf Klima, Wertschöpfung und Beschäftigung
HTEM300 steht in perfekter Übereinstimmung mit der Industriestrategie der Europäischen Union. Unsere Anlage wird regionale Lieferketten stärken und die Resilienz der europäischen Infrastruktur für saubere Energie erhöhen. Das Projekt wird über 100 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen, die lokale Wirtschaft stärken und die europäische Clean-Tech-Industrie unterstützen. Der technologische Vorteil der SOE-Technologie sowie das erwartete Marktwachstum fördern weitere Kostensenkungen in der Wasserstoffproduktion und schaffen zusätzliche Anreize für deren Einsatz in einer sauberen Industrieproduktion.
Langfristig betrachtet hängt jedoch die Geschwindigkeit, mit der sich das Projekt weiter skalieren lässt – um Klimawirkung, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der EU zu steigern – davon ab, wie der Markt die heutige und zukünftige Regulierung bewertet. Wie bei jeder anderen Technologie für grünen Wasserstoff ist regulatorische Planungssicherheit notwendig, um den Weg zu finalen Investitionsentscheidungen (FID) zu unterstützen. Dies kann unter anderem durch eine Vereinfachung der Regeln für die Stromherkunft erreicht werden, um die Kosten für grünen Wasserstoff zu senken, sowie durch die zügige Umsetzung der RFNBO-Quoten (Renewable Fuels of Non-Biological Origin) für die Industrie aus RED III auf nationaler Ebene, um die Nachfrage zu erhöhen.