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Die grüne Wasserstoffrevolution: Europa muss seine Führungsrolle stärken

Die Elektrolyse als Schlüsseltechnologie zur Erzeugung von grünem Wasserstoff hat Europa zu einem Innovations- und Produktionsstandort von weltweiter Bedeutung gemacht. Doch diese Führungsposition gerät zunehmend unter Druck. Während Europa noch über politische Maßnahmen diskutiert und ambitionierte Ziele formuliert, skalieren andere Regionen bereits massiv mit Großprojekten und schneller Umsetzung.

Aktuelle politische Entwicklungen verdeutlichen die Dringlichkeit dieser Herausforderung. Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Notwendigkeit einer pragmatischen, marktorientierten Energiepolitik betont, die Kosteneffizienz und Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt stellt, ohne die europäischen Klimaziele aus den Augen zu verlieren. Auch Mario Draghi weist darauf hin, dass Europas Fähigkeit, bei Zukunftstechnologien wie der Elektrolyse führend zu bleiben, davon abhängt, Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verbinden.

Europa muss seine Position stärken. Der Schlüssel liegt in Skalierung, Kosteneffizienz und der Fähigkeit, zu liefern. Nur durch den zügigen Ausbau von Produktionskapazitäten und Projekten lassen sich Kosten senken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern.

thyssenkrupp nucera: Führend im industriellen Maßstab

Bei thyssenkrupp nucera reden wir nicht nur über Skalierung – wir setzen sie um. Im Jahr 2024 haben wir 1,5 GW an Elektrolysekapazität hergestellt. Laut BloombergNEF sind wir weltweit Marktführer im Elektrolyseurmarkt und beliefern zahlreiche Großprojekte, darunter Partnerschaften mit Branchenführern wie NEOM, Shell und weiteren.

Die Skalierung der Produktion dient nicht nur dazu, die Nachfrage zu decken – sie ist entscheidend, um Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu senken. Skaleneffekte sind unerlässlich, um grünen Wasserstoff wettbewerbsfähig gegenüber fossilen Alternativen zu machen.

 

Die Herausforderung: Globaler Wettbewerb

Der Erfolg von thyssenkrupp nucera ist nicht nur ein Beleg für unsere Leistungsfähigkeit, sondern unterstreicht auch Europas Rolle als bedeutendes Zentrum für Elektrolyse-Innovation. Europäische Hersteller – darunter thyssenkrupp nucera, Siemens Energy und Nel – haben die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft maßgeblich vorangetrieben. Lange Zeit galt Europa als führend in der Elektrolyseur-Technologie, doch diese Position gerät zunehmend unter Druck.

Laut BloombergNEF stammen vier der fünf weltweit größten Elektrolyseur-Hersteller aus China. Diese Unternehmen dominieren ihren Heimatmarkt und skalieren rasant – mit Projekten, die ausschließlich in China umgesetzt werden. Gleichzeitig gibt es in Europa vergleichsweise wenige Großprojekte.

Das birgt Risiken: Die derzeitige Marktphase ist entscheidend, um Erfahrungen zu sammeln, Lieferketten zu optimieren und Skaleneffekte zu erreichen. Ohne ausreichend Projekte im Gigawattmaßstab laufen europäische Hersteller Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Die globale Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren hängt wesentlich von den Erfahrungen ab, die heute gesammelt werden.

 

Unsere Chance: Die Nachfrage nach grünem Wasserstoff skalieren

Um seine Position als globaler Vorreiter im Bereich grüner Wasserstoff zu sichern, muss Europa entschlossen handeln. Das bedeutet, ein förderliches Umfeld für heimische Projekte zu schaffen und sicherzustellen, dass europäische Hersteller die Wachstumschancen erhalten, die sie benötigen. Zentrale Maßnahmen sind:

Stärkung der politischen Unterstützung:
Die schnelle Umsetzung von RED III, REFuelEU Aviation und NZIA ist essenziell. Transparente und konsistente Regulierung schafft Investitionssicherheit und beschleunigt die Entwicklung von grünem Wasserstoff.

Leitmärkte schaffen:
Verbindliche Mechanismen sollten eingeführt werden, um die Nachfrage nach Produkten zu stärken, die mit grünem Wasserstoff hergestellt werden. Bestimmte Sektoren und die öffentliche Beschaffung sollten verpflichtet werden, solche Waren zu priorisieren.

Fortführung und Ausbau bestehender Instrumente:
Bestehende Werkzeuge wie Treibhausgasquoten (THG-Quoten) im Verkehrssektor (z. B. für den Einsatz von Wasserstoff in Raffinerien), die Europäische Wasserstoffbank und H2Global sollten genutzt und weiter gestärkt werden, um die Marktdurchdringung voranzutreiben.

 

Grüner Wasserstoff: Lasst uns in Europa die Transformation anführen

Der Einsatz war noch nie so hoch. Grüner Wasserstoff ist nicht nur eine Lösung für die Dekarbonisierung – er ist ein Weg zu Energieunabhängigkeit, wirtschaftlicher Resilienz und globaler Wettbewerbsfähigkeit. Europa verfügt über die Expertise, die Ambitionen und die industrielle Basis, um diesen Wandel anzuführen. Doch um diese Führungsrolle zu halten, braucht es entschlossenes Handeln, gezielte Investitionen und ein klares Bekenntnis zum Hochskalieren der Technologien, die die Energiezukunft prägen werden.

Bei thyssenkrupp nucera sind wir stolz darauf, an vorderster Front dieser Entwicklung zu stehen. Gemeinsam mit unseren Partnern und Stakeholdern werden wir weiter Innovationen entwickeln, liefern und führen – denn die Zukunft des grünen Wasserstoffs hängt davon ab.

Die Zeit zu handeln ist jetzt. Gemeinsam können wir die Zukunft einer nachhaltigen, wasserstoffbasierten Welt gestalten.

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