thyssenkrupp nucera entwickelt sich im 1. Quartal im Rahmen der Prognose und investiert in den weiteren Ausbau des Technologieportfolios
- Auftragseingang und Umsatz im 1. Quartal unter Vorjahr, Unsicherheiten belasten den Markt für grünen Wasserstoff weiterhin
- Signing des größten Chlor-Alkali Auftrags für ein Neubauprojekt bei thyssenkrupp nucera in hohem zweistelligen Mio.-Euro-Bereich, mit dem Effekt einer deutlichen Steigerung des Auftragseingangs in Q2
- Hoher Fertigungsgrad vertraglich vereinbarter Kundenprojekte in beiden Technologiebereichen
- Verbesserung der Bruttomarge durch margenstärkeren Projektmix und konsequentes Kostenmanagement
- Bestätigung der Gesamtjahresprognose 2025/2026 mit steigendem Auftragseingang und vorübergehendem Umsatzrückgang
Dortmund, 11. Februar 2026 – Die Geschäftsentwicklung von thyssenkrupp nucera verlief im ersten Quartal 2025/2026 gemäß den Erwartungen. Der Konzern-Auftragseingang lag mit 75 Mio. Euro um 21 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert (95 Mio. Euro). Hauptgrund waren projektbedingte Verschiebungen im Segment Grüner Wasserstoff (gH2) und temporär geringere Neubestellungen im Chlor-Alkali-Geschäft, welche in den Folgequartalen wieder deutlich stärker erwartet werden. Der Auftragsbestand belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 489 Mio. Euro nach 606 Mio. Euro zum 30. September 2025. Der hohe Fertigstellungsgrad vertraglich vereinbarter Kundenprojekte in den beiden Technologiebereichen Alkalische Wasser- und Chlor-Alkali-Elektrolyse führte erwartungsgemäß zu einem Rückgang des Konzernumsatz um 44 Prozent auf 147 Mio. Euro (1. Quartal 2024/2025: 262 Mio. Euro).
Trotz des niedrigeren Umsatzniveaus investierte thyssenkrupp nucera weiter konsequent in Innovationen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung hat das Unternehmen um 31 Prozent auf 9 Mio. Euro (1. Quartal 2024/2025: 7 Mio. Euro) erhöht. Der Elektrolyse-Spezialist stärkt sein Technologieportfolio unter anderem durch die Hochtemperaturelektrolyse SOEC und eine modulare Hochdruckelektrolyse‑Lösung. Zudem präsentierte thyssenkrupp nucera eine neue Generation seiner BM (Bipolarmembran)‑ und weiterentwickelten BiTAC‑Elektrolyseure (Bipolarer Ionenaustauschmembran-Prozesselektrolyseur), die höhere Leistung bei vereinfachter Wartung und Installation bieten.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit –4 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 8 Mio. Euro. Das Ergebnis wurde von außergewöhnlich hohen Schwankungen in Derivatepositionen in Höhe von 2 Mio. Euro belastet, welche Preisschwankungen von Rohstoffpositionen in den Vorräten ausgleichen. Eine verbesserte Bruttomarge und konsequente Kostendisziplin konnten das geringere Umsatzvolumen jedoch nicht vollständig kompensieren.
Das Finanzergebnis verringerte sich aufgrund niedriger Zinsen von 6 Mio. auf 3 Mio. Euro. Nach Steuern ergibt sich ein Ergebnis von –3 Mio. Euro (1. Quartal 2024/2025: 9 Mio. Euro). Das Ergebnis je Aktie errechnet sich mit –0,02 Euro nach 0,07 Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Elektrolyse-Spezialist beschäftigte am Ende des 1. Quartals (31. Dezember 2025) 1.089 Mitarbeitende nach 944 Personen am 31. Dezember 2024.
„Auch wenn das Marktumfeld weiterhin herausfordernd bleibt, sehen wir verstärkt positive Marktimpulse, insbesondere im Bereich grüner Wasserstoff. Wir haben im ersten Quartal gezeigt, dass wir unsere Kundenprojekte konsequent und wie vereinbart vorantreiben und unsere technologische Stärke durch hohe F&E-Investitionen sowie die Erweiterung unseres Technologieportfolios weiter ausbauen“, sagt Dr. Werner Ponikwar, CEO von thyssenkrupp nucera.
Hohe Umsatzrealisierung von Kundenprojekten im Segment Grüner Wasserstoff
Der Auftragseingang im Unternehmenssegment Grüner Wasserstoff (gH2) lag bei 5 Mio. Euro (1. Quartal 2024/2025: 5 Mio. Euro). Das gH2-Neubaugeschäft blieb aufgrund projektbedingter Verschiebungen in einem schwierigen Marktumfeld unter Druck. Zum 31. Dezember 2025 betrug der gH2‑Auftragsbestand 186 Mio. Euro, nach 259 Mio. Euro im Vorquartal.
Der Umsatz im gH2-Segment halbierte sich von 154 Mio. auf 77 Mio. Euro – maßgeblich aufgrund des hohen Grads der Umsatzrealisierung des NEOM-Projekts in Saudi-Arabien, einem der weltweit größten Vorhaben zur Produktion von grünem Wasserstoff. Größter Umsatztreiber war das Stegra‑Projekt in Schweden, für das thyssenkrupp nucera Elektrolyseure mit mehr als 700 MW installierter Leistung liefert. Das geringere Umsatzvolumen führte zu einem gH2‑EBIT von –12 Mio. Euro (Vorjahr: –8 Mio. Euro).
thyssenkrupp nucera hat zudem im Januar dieses Jahres eine Partnerschaft mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH geschlossen, um die Entwicklung des Marktes für grünen Wasserstoff und Power-to-X (PtX) in Indien voranzutreiben. Ziel ist es, die Potenziale entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette zu erschließen. Indien zählt zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit und wird eine Schlüsselrolle in der globalen Energiewende einnehmen. thyssenkrupp nucera ist bereits heute mit über 80 Mitarbeitern in Indien vertreten.
Neues Chlor-Alkali-Großprojekt im Nahen Osten
Im Segment Chlor-Alkali (CA) erzielte thyssenkrupp nucera Neuaufträge von 70 Mio. Euro (Vorjahr: 89 Mio. Euro). Während das Neubaugeschäft zulegte, lag das Servicegeschäft unter dem hohen Vorjahresniveau. Ein im Dezember 2025 unterzeichneter Großauftrag im hohen zweistelligen Millionenbereich für ein Chlor-Alkali-Projekt im Nahen Osten wird planmäßig im zweiten Quartal 2025/26 im Auftragseingang ausgewiesen. Es ist der größte Chlor-Alkali-Auftrag für ein Neubauprojekt in der Geschichte von thyssenkrupp nucera. Der Chlor-Alkali-Auftragsbestand lag zum 31. Dezember 2025 bei 302 Mio. Euro (30. September 2025: 347 Mio. Euro).
Im CA-Segment erzielte thyssenkrupp nucera einen Umsatz von 70 Mio. Euro (1. Quartal 2024/2025: 108 Mio. Euro). Der Rückgang resultiert vor allem aus einem niedrigeren Neubaugeschäft. Das Servicegeschäft lag hingegen auf dem hohen Vorjahresniveau. Das EBIT reduzierte sich auf 8 Mio. Euro (1. Quartal 2024/2025: 16 Mio. Euro). Steigende Bruttomargen und konsequentes Kostenmanagement konnten das geringere Umsatzvolumen im CA-Geschäft nur teilweise ausgleichen.
„Die weiterhin herausfordernde Marktlage spiegelt sich erwartungsgemäß in unseren Kennzahlen wider. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung im ersten Quartal, dass wir bei thyssenkrupp nucera unsere Kostenstrukturen flexibel halten, kontinuierlich unsere Margen verbessern und gezielt in Technologien mit klarer Zukunftsperspektive investieren. Wir bleiben gut aufgestellt und verfügen über eine hohe finanzielle Resilienz“, sagt Dr. Stefan Hahn, CFO von thyssenkrupp nucera.
Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2025/2026 erwartet thyssenkrupp nucera auf Konzernebene unverändert einen Auftragseingang zwischen 350 Mio. und 900 Mio. Euro (2024/2025: 348 Mio. Euro). Wesentliche Treiber sind voraussichtlich große Neubauprojekte in beiden Segmenten und das Servicegeschäft. Der Vorstand prognostiziert einen Umsatz zwischen 500 Mio. und 600 Mio. Euro (2024/2025: 845 Mio. Euro). Zur Umsatzentwicklung sollen überwiegend bereits vertraglich vereinbarte Projekte beitragen. Das Konzern-EBIT soll zwischen –30 Mio. und 0 Mio. Euro liegen (2024/2025: 2 Mio. Euro). Wesentliche Treiber sind die Abwicklung und Verumsatzung des bestehenden Auftragsbestands. Bereits initiierte Kosteneffizienzmaßnahmen sollen die mit dem geplanten Umsatzrückgang einhergehende geringere Kostendeckung teilweise kompensieren.
Für das Segment Grüner Wasserstoff rechnet thyssenkrupp nucera mit einem Umsatz zwischen 150 Mio. bis 220 Mio. Euro (2024/2025: 459 Mio. Euro). Die erwartete Umsatzentwicklung folgt dabei maßgeblich dem bestehenden Auftragsbestand. Zusätzliche Aufträge im gH2-Bereich werden voraussichtlich erst in den Folgejahren signifikante Auswirkungen auf den Umsatz haben. Das EBIT wird sich laut Prognose in einer Bandbreite zwischen –80 Mio. und –55 Mio. Euro (2024/2025: –56 Mio. Euro) bewegen. Eine verbesserte Bruttomarge durch einen vorteilhafteren Projektmix im AWE-Bereich, Kosteneinsparungen sowie eine veränderte Ressourcenallokation zwischen den Segmenten sollen die niedrigeren Umsätze teilweise kompensieren.
Im Segment Chlor-Alkali wird der Umsatz voraussichtlich zwischen 320 Mio. und 400 Mio. Euro liegen (2024/2025: 387 Mio. Euro). Die Umsatzentwicklung beruht im Wesentlichen auf dem bestehenden Auftragsbestand. Für das CA-Segment wird ein EBIT zwischen 40 Mio. und 65 Mio. Euro (2024/2025: 58 Mio. Euro) erwartet, was im Wesentlichen aus der Bearbeitung des bestehenden Auftragsbestands entsteht.

Rita Syre
Senior Manager Media Relations and Financial Communications
Telefon: +49 174 161 86 24
E-Mail: rita.syre@thyssenkrupp-nucera.com

